Wissenswertes zum Thema Hypnose

Über Hypnose haben viele Menschen zwar nur wenig Kenntnisse, dafür um so mehr festgelegte Vorstellungen und Meinungen. Hingegen tragen gesicherte Fakten dazu bei, gängige  Vorurteile über das Phänomen Hypnose abzubauen.

Die Antworten auf folgende häufig gestellte Fragen basieren auf dem Fachvortrag von Uwe Georg Rudol anläßlich einer Einführung über klinische Hypnose.

Dark moon über dem Biggesee

Was ist Hypnose?

Hypnose ist ein Weg, Trance zu erzeugen und damit körperliche, geistige oder seelische Zustände zu verändern oder verändert wahrzunehmen. Darüber hinaus ist Hypnose ein überaus komplexes, vielschichtiges Phänomen, zu dessen Verständnis die Art der Interaktion, insbesondere der Beziehung (Rapport) zwischen den Agierenden (Hypnotiseur und Hypnotisant) sowie viele andere Aspekte und Ebenen (z.B. Voreinstellungen) herangezogen werden müssen.

Die klinische Hypnose nutzt die natürliche Trancefähigkeit, um Patienten in eine andere Vorstellungswelt zu führen und sie z.B. eine medizinische Behandlung schmerz- oder angstfrei erleben zu lassen. Hypnose ist das Werkzeug, der hypnotische Zustand heißt Trance, die Begriffe Hypnose und Trance werden oft synonym verwendet. Die hypnotische Trance ist eine der ältesten Heilmethoden der Menschheit: und wurde als solche bereits vor 7000 Jahren von babylonischen Arztpriestern angewendet.

Im letzten Jahrhundert erhielt die klinische und therapeutische Hypnose durch den grandiosen Psychiater und Arzt Milton Erickson eine grundlegende Wandlung, die sie bis heute maßgebend geprägt hat.

Was ist Trance?

Wird ein Patient in eine hypnotische Trance geführt, verändert sich sein Empfinden und seine Wahrnehmung von Realität. Dieser Zustand ist oft mit dem Gefühl von körperlicher Entspannung und tiefer Ruhe verbunden. Es gibt unterschiedlich tiefe Stadien der Trance, die mit nach innen focussierter Aufmerksamkeit und einem verzerrten Raum- und Zeiterleben verbunden sind.

Welche Veränderungen sind erlebbar?

Physiologisch messbar sind körperliche Veränderungen:

  • Geringere Atmungs- und Herzfrequenz
  • Niedrigerer Blutdruck
  • Weniger Streßhormone
  • Steigende Blutgerinnungsfähigkeit
  • Steigende Leukozytenzahl, stärkere Aktivität der Immunabwehr
  • Verstärkte Aktivität im rechten Lobus temporalis (Abgrenzung gegenüber Schlaf und Wachbewußtsein)

Veränderungen im Erleben:

  • Fokussierung der Aufmerksamkeit
  • Inneres Wahrnehmungsvermögen im Vordergrund
  • Zeitgefühl schwindet
  • Körperwahrnehmung ist verändert (Temperatur, Position im Raum, Körperdimensionen)

Veränderungen im Verhalten:

  • Schwach ausgeprägte Bewegungen, oft kaum wahrnehmbar
  • Faulheit, Reaktionsträgheit
  • Verringertes Interesse an der Umgebung
  • Assoziation auf innere Erlebniswelt
  • Gleichzeitiges Erleben von innen und aussen, wobei Innenwelt als wichtiger empfunden wird
  • Reorientierungsphase nötig

Dieses Verständnis von Trance ist allerdings sehr eingeengt!

Wer kann hypnotisieren?

Jeder, der die Techniken erlernt hat und dazu bereit ist, sich aufmerksam und liebevoll in einen anderen Menschen einzufühlen. Ethische Richtlinien müssen erfüllt werden, um seriöse Hypnose erlernen zu können.

Ist Hypnose gefährlich?

Unqualifiziert ausgeübt kann Hypnose Gefahren mit sich bringen ( so z.B. Alleingelassenwerden in der Reorientierungsphase nach einer Showhypnose). In der Hand eines qualifizierten Therapeuten hingegen ist Hypnose ungefährlich. Er handelt ethisch, verfolgt im Interesse des Patienten gute Absichten, betreibt gründliche Anamnesen, achtet auf klare Indikation, überweist Fälle, die über sein Fachgebiet hinausgehen und ist geschult in Krisenintervention, wenn es tatsächlich einmal zu so etwas kommt.

Welche Einsatzmöglichkeiten bietet die moderne klinische Hypnose?

Allgemein: Wegen der vielfältigen Möglichkeiten hier nur einige Beispiele:
Chronische und akute Schmerzzustände, psychosomatische Beschwerdebilder aller Art, Phobien, Allergien, Suchtkrankheiten, psychologische Beschwerdebilder, adjuvant zur allgemeinmedizinischen Behandlung z. B. bei Krebspatienten, zur Leistungssteigerung, zur Motivationsstärkung u. v. m.

In der Zahnheilkunde sind die Hauptindikationen:

  • Angstabbau
  • Entspannung während der Behandlung
  • Behandlung ohne Betäubung (z. B. bei Allegikern)
  • Würgereizkontrolle
  • Myoarthropathien
  • Kinderbehandlung

Hypnose im Netz

Internetportal der
deutschsprachigen medizinischen Hypnosegesellschaften
www.hypnose.de

Fachverlage

Auditorium Netzwerk 
www,auditorium-netzwerk.de 
Hypnosverlag 
www.hypnos.de

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Wissenswertes über Hypnose bei Dipl.Psych. Claudia Maurer, 
Lehrtrainerin der DGZH 
www.claudia-maurer.de/videos